How to rebuild a 50A Motorcraft 1G alternator – 1966 Ford Mustang
Thursday, 18 May 2017 (16:42:57) UTC

Eingereicht von JJ

Hilfestellung zur Überholung einer 50 Ampere Lichtmaschine von einem 66er Ford Mustang .

Ein Bericht von muetze


Hallo Community,

auf dem Weg von hier nach da, machte ein merkwürdig, schleifendes Geräusch unter der Haube meines Oldtimers auf sich aufmerksam. Also angehalten, Motorhaube auf und hineingelauscht. Ich konnte es nicht genau orten, somit habe ich einen auf „Johann - das Gespenst“ (Maschinist im Film „Das Boot“) gemacht. Mit dem 1/4" Drehergriff und zwei Verlängerungen improvisierte ich mir eine Abhörhilfe. Den Griff am Ohr und das andere Ende, bei laufendem Motor, auf die Wasserpumpe ergab - keine Auffälligkeiten. Als ich meine Hörhilfe auf die Lichtmaschine (LiMa) setzte, stand sicher fest woher das Geräusch kommt. Es bahnt sich ein Lagerschaden an. Also nach Hause und in der e-Bucht herum gestöbert. Preise um 130 Euros für eine überholte LiMa werden aufgerufen. Nichts für mich – lippischer „Sparfuchs“ wie ich bin, suchte ich eine andere Lösung und fand einen Überholsatz, bestehend aus Kugel-, Walzenlager und dem Plastikelement mit den Kohlen darin, für einen Bruchteil des Preises einer überholten LiMa. Also bestellt und bis zur Lieferung die alte LiMa ausgebaut und auf den Seziertisch gepackt.

Natürlich habe ich einen Ersatzteil-Quellenvorschlag für die von euch, die sich nicht scheuen in den USA zu bestellen:
http://www.macsautoparts.com/ford_mustang/ford-mustang-alternator-repair-kit-ford-alternators.html
(Part #: 44-41726-1 , Alt Part #: C8AZ-10346-KT)



Die Beschreibung des Ausbaus der LiMa spare ich mir hier. Die drei Kabel auf der Rückseite und die zwei Befestigungsschrauben, welche die LiMa halten sind ja kein Hexenwerk. Wer auf Nummer sicher gehen will, hat natürlich eine Digitalkamera dabei und macht ausreichend Bilder, um alles wieder richtig einzubauen und anzuschließen. Da ich nicht von allen Zerlegeschritten Bilder habe, bitte ich es mir nachzusehen, wenn zwischen „verdreckten“ Teilebildern plötzlich „saubere“ Teile auftauchen. Beim Zusammenbau war ich fleißiger am Knipsen, um hier alle Schritte dokumentieren zu können.

Und auch in diesem Bericht möchte ich wieder voranstellen, daß ich kein Mechaniker oder Mechatroniker bin, sondern mich für KFZ-Technik interessiere und mich mit solchen Arbeiten selber ausprobiere, um meine Fähigkeiten zu erweitern. Autodidakt eben.

Sollten unsere „Walking Libraries” hier fachlich etwas ergänzen oder berichtigen wollen sind sie herzlich willkommen. Sicher kann ich auch noch etwas lernen.

Benötigtes Material:

- Lichtmaschine - Nußkasten Inch
- Ring-Maul-Schlüsselsatz Inch - Spitzzange
- Kästchen oder Gurkenglasdeckel für Kleinteile
- Zahnbürste, Borstenpinsel - Pinzette
- Reinigungsmittel (z. B. K&N Filter Reiniger)
- einen guten Kumpel, der Lager aus- und einpressen kann ;-)
- optional: eine Digitalkamera (um jeden Schritt zu dokumentieren)
Auf jeden Fall die Positionen der Isolatoren (Ausbau des Stators) fotografieren!!


Genügend Ablagefläche ist hilfreich, wenn diese später so ausschaut:



Wenn alles bereit ist, kann es los gehen: Zerlegen

Vom Hörensagen in Jugendzeiten kann ich mich erinnern, daß es hieß, verdreht man eine LiMa in sich, kann die Leistung nachlassen – oder steigen. Da die Teile so montiert sind wie sie sind, wäre die richtige Leistung bereits sichergestellt. Die LiMa ist so wieder zusammenzusetzen und zu dem Zweck sollte eine überein-stimmende Markierung an beiden Gehäuseteilen angebracht werden.

Naja, das fiel mir erst ein, als alles auseinander war, aber ich hatte ja Bilder aus verschiedenen Winkeln und der Vorder-/Rückseite. Daraus lies sich ablesen, wie das Ober- auf das Unterteil gesetzt werden mußte. Der innere Ring (Stator) mit den Anschlüssen paßt nur in einer Weise in den hinteren Deckel und die lange Befestigungsnase vom vorderen Deckel ist ein prima Indikator, zur Ausrichtung der hinteren Anschlüsse.

Der/Die geneigte Leser/-in sieht im nachfolgenden Bild wie ich das meine. Auf 12 Uhr die Anschlüsse mit den Kabeln und auf ca. 14 Uhr die lange Führungsnase von der Frontabdeckung.



Nach dem Zusammenbau (etwas anderer Blickwinkel, aber klar – oder?):



Zu dem Stück Draht, welcher da unter dem weißen Anschluß herausragt, kommen wir später – versprochen. Bevor Ihr los legt, löst auf der Rückseite alle Muttern der Anschlüsse und zieht die Isolatoren mit ab.


So, jetzt aber..: Zerlegen. Der Ringschlüssel hat 15/16 Inch, der Imbus ist ein 8mm.



Der Aufbau ist: 15/16 Inch Mutter, Federring, Pulley, Lüfterrad und Distanzstück









Im nächsten Schritt werden die 3 Gehäuseschrauben, von der Rückseite her, gelöst und herausgezogen.



Unter den Schrauben sitzen ebenfalls kleine Federringe. Mit etwas „feinfühliger Gewalt“ läßt sich das Frontgehäuse abheben und damit der Rotor aus seinem Walzenlager des rückwärtigen Gehäuses heraus-ziehen.





Ganz schön viel Kohleabrieb. Die Kohlen selber wären theoretisch noch etwas gegangen aber wenn schon, dann gleich richtig und alles. Im nächsten Schritt werden die beiden 6-Kant-Schrauben gelöst, die das rote Plastikteil halten. Die Rechte hält nur das rote Gehäuse der Kohlen, während unter der Linken auch das Kabel zur oberen Kohle festgeschraubt ist.




Mittig unter dem roten Plastikgehäuse befindet sich der FLD Anschluß. Um diesen herauszuziehen, muß die Mutter auf der Außenseite abgenommen worden sein. Der Vierkantkopf wird von dem Plastikbauteil gehalten. An dieser Schraube ist die zweite Kohle befestigt UND es befindet sich ein Isolationsplättchen darunter.





Da auf der Rückseite alle Muttern gelöst sind, läßt sich jetzt auch der Stator vom hinteren Gehäusedeckel ablösen. Dazu den Stator nach unten auf den Tisch und den Deckel nach oben abnehmen. So bleiben die Isolatoren am Stator. Es ist sehr wichtig, daß darauf geachtet wird, welcher Isolator an welcher Stelle saß und wieder sitzen muß. Also beim Zerlegen genau aufpassen bitte!



Das Bauteil auf 6 Uhr im obigen Bild nennt sich „RA Suppression Capacitor“ – in unserer Sprache „Entstörkondensator“ – wird aber nicht mit gewaschen.



Mit den alten Lagern in den Gehäusen wanderten diese zusammen mit dem Stator und dem Rotor in die „Reinigungsabteilung“. Zum Reinigen habe ich alles mit K&N Filterreiniger eingesprüht und lauwarmen Wasser abgespühlt. Was gut für Baumwolle ist, wird Metall wohl nicht angreifen ;-) . Kam ganz schön Schmodder raus.

Nachdem alles gut getrocknet war, übergab ich die neuen Lager und Deckel an meinen Kumpel, der mir diese tauschte. :-) 10€ in die Kaffeekasse erhalten die Freundschaft, nicht wahr Till?

Dann ging es wieder an das Zusammenbauen. Isolationsplättchen einsetzen.



Jetzt der neue Brush-Holder und der geneigte Leser erkennt sofort den Draht wieder, der zu Beginn dieses Berichtes hinten aus der LiMa schaute. Ich habe den Brush-Holder bereits mit den Halteschrauben und dem FLD Kontakt bestückt. Für besseren Kontakt wurden die Verbindungen leicht mit Polfett eingefettet – nur hauchdünn.



Dann der kniffelige Teil, das Einfädeln aller Beteiligten in bzw durch ihre Löcher. Nach etwas Fummeln, klappt das dann auch – irgendwann.



Festschrauben aller Beteiligten.



Auf der Rückseite wird der weiße Isolator auf den FLD Anschluß aufgesetzt und mit Mutter (fehlt im nächsten Bild) gesichert. Den Draht müßt ihr bis zum Schluß sitzen lassen, sonst gibt es Probleme beim Einsetzen des Rotors. Zur Sicherheit den Draht umbiegen.



Soweit so gut. Bevor der Stator aufgesetzt wird, muß der Entstörkondensator (Kontaktflächen ebenfalls leicht mit Polfett behandelt) und die Isolatoren aufgesetzt werden.



Jetzt das rückwärtige LiMa Gehäuse auf setzen, die Isolatoren auf die Kontakte stecken und mit den dazugehörigen Muttern sichern / festschrauben. Handfest – fest aber nicht anknallen.



Umdrehen! Das Bauteil - nicht ihr euch… :-D



So weit so schick! Das nächste Bauteil ist der Rotor, welcher eingesetzt wird. Da das Walzenlager gefettet ist und ich keine Verunreinigung (auch durch anderes Fett) eintragen möchte, habe ich den Rotor ungefettet in das Walzenlager gesetzt. Zwei, drei schwungvolle Drehungen vom Rotor und alles war gut gefettet.



Es verbleibt das Frontgehäuse zum Aufstecken. Hierbei achten wir auf die entsprechende Ausrichtung zwischen Deckel und Anschlüssen auf der LiMa Rückseite. Das hatte ich ja zu Beginn schon beschrieben.



Sitzt die Front der LiMa richtig, werden die drei Gehäuseschrauben incl Federring eingesetzt und festgezogen.


Nun fehlen an der LiMa noch auf der Vorderseite: Distanzstück, Ventilationsschaufel, Pulley, Federring und die Mutter.





Bild32



Gut festziehen...



Fertig? ;-) Natürlich nicht! Erst noch den Sicherungsdraht hinten aus der LiMa ziehen, damit die Kohlen freigegeben und von ihren Federn auf den Rotor gedrückt werden. Nur dann erzeugt die LiMa Strom.





Damit wäre die Überholung abgeschlossen und es verbleibt – der Funktionstest am Auto.




Abschlußwort:

Eine LiMa hat eine übersichtliche Anzahl an Bauteilen und wer Spaß an Technik, sowie etwas handwerkliches Geschick hat, kann den einen oder anderen Taler sparen. Man lernt was und erweitert seine Kenntnisse. Darüber hinaus entlastet es die Umwelt, weil keine ganze LiMa neu produziert werden muß. Recycling auf andere Art.


Gutes Gelingen beim „Nachbauen“ und keine Angst vor dem Wort „Lichtmaschine“

Bericht als PDF: How to rebuild a 50A alternator

Viele Grüße
Hans-Jörg

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